Aussaat von Kakteensamen

Die Aussaat von Kakteensamen stellt so manchen vor Fragen und Problemen, deshalb möchte ich kurz meine Erfahrung und Wissen weitergeben.

Der Samen sollte sauber und trocken sein, ein Beizen der Samen ist nicht unbedingt nötig. Manche botanische Arten vertragen dies sogar überhaupt nicht und strafen mit einer geringen Keimquote. Auch sollten einige etwas später ausgesät werden, da Hemmstoffe die Keimung verhindern und diese erst abgebaut werden müssen. Einige Hildewintera’s und Hybriden scheinen hiervon betroffen zu sein. Ansonsten kann man getrost ab März das aussäen beginnen, unter Kunstlicht ist dies auch früher möglich. Echinopsis-Hybriden sind besonders pflegeleicht, hier sind keine besonderen Punkte zu beachten. Für erste Versuche sind diese besonders geeignet.

Das Substrat sollte feinkörnig sein, ein mineralisches Grundsubstrat halte ich für die beste und einfachste Variante. Dies gilt auch für andere Pflanzen, wie zum Beispiel Gemüse für den Garten. Torf als Beigabe sollte vermieden werden, da dies Trauermücken zur Eiablage verführt und die Larven schnell eine Aussaat zu Nichte machen können. Dünger sollte ebenfalls nicht verwendet werden, da dieser die Algenbildung anregt und verstärkt. Bei stehendem Wasser ist dies besonders auffällig. Ein Dämpfen oder Erhitzen in der Mikrowelle lässt Pilze und organische Stoffe absterben, ist also zu empfehlen. Einem Bericht aus der KUAS von11/2019 kann man entnehmen, dass selbst sukkulente Arten auf ausgesprochenen Sonderstandorten, in Keimversuchen, besser auf normalen Substraten keimen als auf ihren am Standort vorhandenen Böden.

Wasser ist das Wichtigste um die Keimung anzuregen. Ich verwende abgekochtes Regenwasser für die Aussaat.

Für die Aussaat verwende ich normale Plastikkulturtöpfe, pro Art oder Kreuzung einen oder mehrere Töpfe. Diese Töpfe sollten natürlich auch sauber und gereinigt sein, am besten sind natürlich neue unbenutzte Töpfe. Diese werden mit einem Etikett und der jeweiligen Kreuzung versehen.

Die Töpfe werden mit Substrat befüllt und dieses leicht angedrückt, so das eine ebene Fläche entsteht. Ein kleines Holzbrettchen ist hierfür ideal. Auf der ebenen Fläche lassen sich die Samenkörner leichter verteilen. Nach dem Verteilen werden diese ebenfalls leicht angedrückt. Achtung Kakteen sind Lichtkeimer und sollten nicht mit Substrat bedeckt werden.

Damit die Samen keimen brauchen sie Wärme, Licht und Wasser. Die befüllten Töpfe stelle ich dazu in ein kleines Zimmergewächshaus mit Haube. Wasser fülle ich ins Zimmergewächshaus und lasse auch eine geringe Menge darin stehen. Das Substrat wird also von unten befeuchtet und dringt bis an die Oberfläche zu den Samen. Danach stelle ich das geschlossene Zimmergewächshaus an ein beheiztes Südfenster, dies reicht in der Regel schon aus um die nötige Temperatur von circa 20°Celsius zu erreichen. Bei Bedarf kann auch eine kleine Wärmematte benutzt werden, um die Temperatur zu erreichen.

Licht, Wasser und durch die Temperatur gespannte Luft lassen innerhalb von circa 2 Wochen die ersten Sämlinge erkennen. Wenn die ersten Dornen zu sehen sind wird mit dem regelmäßigen Belüften begonnen und auch erste kleine Düngergaben dürfen über das Wasser erfolgen. Stehendes Wasser sollte ab jetzt vermieden werden, aber das Substrat sollte nicht zu lange trocken sein. Die Winzlinge können noch nicht so viel Wasser speichern, deshalb brauchen sie etwas mehr Aufmerksamkeit. So werden die Kakteen nach und nach an normale Bedingungen gewöhnt. Pralle Sonne sollte bei Sämlingen allgemein vermieden werden, hier hilft eine Schattierung, notfalls einfach eine Seite Zeitungspapier verwenden. Pikiert werden die Sämlinge erst wenn sie eine handhabbare Größe erreicht haben. Meist lasse ich sie dicht gedrängt den ersten Winter in ihrem Aussaattopf stehen.

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sich ein Pilz bildet, meist an der Verfärbung der Substratoberfläche zu sehen, diesen Bereich des Substrates entfernen damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann. Durch Zugabe von z.B. Kieselgur wird die Erde etwas säuerlicher und die Bildung von Pilzen wird eingeschränkt. Je besser im Vorfeld desinfiziert und sauberer gearbeitet wird desto eher lässt sich dies verhindern.

Sonderformen der Aussaat, wie etwa die der Fleischermethode, sind davon abgeleitet. Bei diesem Verfahren werden die Töpfe in eine bis zu 1/3 mit Wasser befüllte Plastiktüte verpackt und sich selbst überlassen. Wichtig ist bei allen Methoden der Aussaat, das sauber und keimfrei gearbeitet wird, dies ist der Garant für eine erfolgreiche Aussaat. Wenn es beim ersten Versuch nicht klappt – nicht gleich entmutigen lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es wird viel darüber berichtet und unnötiger Aufwand betrieben – ich sag nur „einfach machen“, das funktioniert schon! Diese Anleitung ist auf die Familie der Echinopsis und Artverwande leicht anzuwenden. Natürlich gibt es auch Arten, die eine spezielle Behandlung zur Vorbereitung und Aussaat benötigen. Hier Hilft ein Blick in die einschlägigen Foren oder Nachfrage in den örtlichen Kakteenvereinen.

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Aussaat von Kakteensamen

Die Aussaat von Kakteensamen stellt so manchen vor Fragen und Problemen, deshalb möchte ich kurz meine Erfahrung und Wissen weitergeben.

Der Samen sollte sauber und trocken sein, ein Beizen der Samen ist nicht unbedingt nötig. Manche botanische Arten vertragen dies sogar überhaupt nicht und strafen mit einer geringen Keimquote. Auch sollten einige etwas später ausgesät werden, da Hemmstoffe die Keimung verhindern und diese erst abgebaut werden müssen. Einige Hildewintera’s und Hybriden scheinen hiervon betroffen zu sein. Ansonsten kann man getrost ab März das aussäen beginnen, unter Kunstlicht ist dies auch früher möglich. Echinopsis-Hybriden sind besonders pflegeleicht, hier sind keine besonderen Punkte zu beachten. Für erste Versuche sind diese besonders geeignet.

Das Substrat sollte feinkörnig sein, ein mineralisches Grundsubstrat halte ich für die beste und einfachste Variante. Dies gilt auch für andere Pflanzen, wie zum Beispiel Gemüse für den Garten. Torf als Beigabe sollte vermieden werden, da dies Trauermücken zur Eiablage verführt und die Larven schnell eine Aussaat zu Nichte machen können. Dünger sollte ebenfalls nicht verwendet werden, da dieser die Algenbildung anregt und verstärkt. Bei stehendem Wasser ist dies besonders auffällig. Ein Dämpfen oder Erhitzen in der Mikrowelle lässt Pilze und organische Stoffe absterben, ist also zu empfehlen. Einem Bericht aus der KUAS von11/2019 kann man entnehmen, dass selbst sukkulente Arten auf ausgesprochenen Sonderstandorten, in Keimversuchen, besser auf normalen Substraten keimen als auf ihren am Standort vorhandenen Böden.

Wasser ist das Wichtigste um die Keimung anzuregen. Ich verwende abgekochtes Regenwasser für die Aussaat.

Für die Aussaat verwende ich normale Plastikkulturtöpfe, pro Art oder Kreuzung einen oder mehrere Töpfe. Diese Töpfe sollten natürlich auch sauber und gereinigt sein, am besten sind natürlich neue unbenutzte Töpfe. Diese werden mit einem Etikett und der jeweiligen Kreuzung versehen.

Die Töpfe werden mit Substrat befüllt und dieses leicht angedrückt, so das eine ebene Fläche entsteht. Ein kleines Holzbrettchen ist hierfür ideal. Auf der ebenen Fläche lassen sich die Samenkörner leichter verteilen. Nach dem Verteilen werden diese ebenfalls leicht angedrückt. Achtung Kakteen sind Lichtkeimer und sollten nicht mit Substrat bedeckt werden.

Damit die Samen keimen brauchen sie Wärme, Licht und Wasser. Die befüllten Töpfe stelle ich dazu in ein kleines Zimmergewächshaus mit Haube. Wasser fülle ich ins Zimmergewächshaus und lasse auch eine geringe Menge darin stehen. Das Substrat wird also von unten befeuchtet und dringt bis an die Oberfläche zu den Samen. Danach stelle ich das geschlossene Zimmergewächshaus an ein beheiztes Südfenster, dies reicht in der Regel schon aus um die nötige Temperatur von circa 20°Celsius zu erreichen. Bei Bedarf kann auch eine kleine Wärmematte benutzt werden, um die Temperatur zu erreichen.

Licht, Wasser und durch die Temperatur gespannte Luft lassen innerhalb von circa 2 Wochen die ersten Sämlinge erkennen. Wenn die ersten Dornen zu sehen sind wird mit dem regelmäßigen Belüften begonnen und auch erste kleine Düngergaben dürfen über das Wasser erfolgen. Stehendes Wasser sollte ab jetzt vermieden werden, aber das Substrat sollte nicht zu lange trocken sein. Die Winzlinge können noch nicht so viel Wasser speichern, deshalb brauchen sie etwas mehr Aufmerksamkeit. So werden die Kakteen nach und nach an normale Bedingungen gewöhnt. Pralle Sonne sollte bei Sämlingen allgemein vermieden werden, hier hilft eine Schattierung, notfalls einfach eine Seite Zeitungspapier verwenden. Pikiert werden die Sämlinge erst wenn sie eine handhabbare Größe erreicht haben. Meist lasse ich sie dicht gedrängt den ersten Winter in ihrem Aussaattopf stehen.

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sich ein Pilz bildet, meist an der Verfärbung der Substratoberfläche zu sehen, diesen Bereich des Substrates entfernen damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann. Durch Zugabe von z.B. Kieselgur wird die Erde etwas säuerlicher und die Bildung von Pilzen wird eingeschränkt. Je besser im Vorfeld desinfiziert und sauberer gearbeitet wird desto eher lässt sich dies verhindern.

Sonderformen der Aussaat, wie etwa die der Fleischermethode, sind davon abgeleitet. Bei diesem Verfahren werden die Töpfe in eine bis zu 1/3 mit Wasser befüllte Plastiktüte verpackt und sich selbst überlassen. Wichtig ist bei allen Methoden der Aussaat, das sauber und keimfrei gearbeitet wird, dies ist der Garant für eine erfolgreiche Aussaat. Wenn es beim ersten Versuch nicht klappt – nicht gleich entmutigen lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es wird viel darüber berichtet und unnötiger Aufwand betrieben – ich sag nur „einfach machen“, das funktioniert schon! Diese Anleitung ist auf die Familie der Echinopsis und Artverwande leicht anzuwenden. Natürlich gibt es auch Arten, die eine spezielle Behandlung zur Vorbereitung und Aussaat benötigen. Hier Hilft ein Blick in die einschlägigen Foren oder Nachfrage in den örtlichen Kakteenvereinen.

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